Dienstag, 7. Februar 2017

Winterbeschäftigung - oder "Segeln-Lernen: das Postscriptum"

Winter, Weihnachten, Winterlager ...

... es ist wohl die Zeit von "Tausend und einer Kleinigkeit": alles was man während der Saison nicht geschafft hat, oder alles sonstige was man auf die Winterzeit geschoben hat weil man durch vieles Segeln in der Saison nicht dazu gekommen ist - das kennt wahrscheinlich jeder :)

Aber eigentlich heisst ja dieses Post "Segel Lernen", bzw das was danach kommt.

Viele sprechen über alles was man beim Segeln lernt, erlebt, sich selbst entwickelt. Mir fehlt dieses Winter etwas ganz Bestimmtes auf: die Handwerke. Die, die man beim Segeln, auf dem Boot, im Winterlager, auf eigenem oder auch Charter-Boot gewollt, gezielt oder unbeabsichtigt erlernt.

Das alle erste Handwerk im buchstäblichen Sinne - die Knoten.
Ganz oft gefolgt von Spleissen. Jeder der die Preise von Soft-Schäkel kennt oder eine Sonderlösung für eine Dyneema Leine sucht - greift früher oder später zu einer Spleissnadel.
Für alle Eigner kommt recht bald das Schleifen, Lackieren, Polieren.
Und da sind wir schon beim nächsten Thema - das Laminieren. Das erste kleine Haarriss, oder kleine Schramme, oder ein Anditscher - alles führt irgendwann zu der ersten Begegnung mit Gelcoat, Epoxy und Glasfaser-Matten.

Die viele spezielle Formen und einzigartige Massen bringen so auch zur Frage - warum nicht selber machen? Das Nähen: eine auf Mass gefertigte Cockpit-Tasche die exakt passt und genau auf den Inhalt angepasst ist. Oder ein Bettlaken was genau in die Bug-Kajüte passt. Das erste Sonnensegel für Cockpit. Und dann die Möbel: man kann unendlich viel mit etwas Holz, ein paar Ikea-Teilen und guten Werkzeug anstellen! Von einem E-Panel bis auf neue Fächer, Ablagen und Stauräume.

Kabel verlegen, nach Undichtigkeiten suchen, Elektrik anschliessen und Ergänzen ...

Was noch? Ich glaube die Liste kann man nie zu Ende bringen.


Und natürlich kann man es alles Kaufen und Bestellen, aber so ein wenig macht doch genau das das Teil des Bootslebens aus,
so eine Art "Postscriptum" des Segeln-Lernen :)



Sonntag, 25. Dezember 2016

Wetterspiele zum Weihnachten

.. es muss nicht immer weiße Weihnachten sein. Natürlich sieht es schön und feierlich wenn die Weihnachtlichter im weißen Schnee spielen und die Landschaften ein wenig an Märchenbücher erinnern. Aber ist es so nicht viel spannender?

Ein vertiefender Orkantief der von Island kommend eine bis zu 10 Meter hohe Welle in Nordsee aufbaut. Ein Superhoch über Spanien mit ungewöhnlichen 1045 hPa (das höchste Luftdruck wurde wohl im Greifswald Anfang 1900-Jahrhundert mit 1060 hPa gemessen, Quelle: wetteronline.de) der sich im Rücken von dem mächtigen Tief auf uns zukommt.

Gestern Nachmittag könnte man gut sehen wie die aufziehenden Wolken die kommende Front ankündigten. Heute Nacht kam die Regenfront mit Gewitterschauern und Sturmböen. Im Morgengrauen war diese Richtung Osten durch. Es blieb aber grau ;).  Grau, Nieselregen, aber keine Schauer mehr und warm - Warmsektor eben. Aber das wesentliche (das stürmische) kommt noch Montag Nacht - die Kaltfront. Siehe die Isobaren unten: am Wannsee wird es in Böen auf 8-9Bft gehen (um 40 kn), dafür Vinga Fyr (Göteborg) oder Anholt erwarten es bis 11-12 Bft in Böen (60-65 kn) und eine 5-6 Meter hohe Welle. Spannend! ;)

Source: dmi.dk (Danmarks Meteorologiske Institut, Vjerkort / Frontkort)


Aber, Winterwetterspiele hin oder her, natürlich wünschen wir Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und eine tolle Saison 2017! Mehr über kommende Saison bald hier (link hier) ...


mak7 HASARDEUR

Samstag, 17. Dezember 2016

Wieder online - das Jahr ......

Etwas länger als gedacht hat die Blog-Pause gedauert. Dafür aber als eine kleine "wieder"Begrüssung die Zusammenfassung aus der Zeit in Göteborg mit mak7.


Wie fühlt sich so ein Jahr mit knapp 1.000 sm im Kielwasser? Eigentlich nicht viel gesegelt (in Zahlen gesehen), aber viel Erlebt! Intensive Zeit durch die SSS-Vorbereitung,  das wellige Ansegeln mit dazu passenden Herbst Abschluss-Törn. Aber das Herzstück des Jahres war natürlich die Zeit in Göteborg! Man muss es kaum nochmal sagen, dass es sich absolut gelohnt hat: von Logistik, bis zum traumhaften Revier, dem Segeln und der Tatsache das der Hasardeur allemal mehr als nur ein Wochenenden-Segler ist!

Die beste Anschaffung des Jahres? Die neue Pinne! Etwas längere und höher sitzende Pinne macht einiges viel bequemer und erlaubt ein wirklich "agronomisch" angenehmen Sitz (oder Stehposition). Die Mühe mit selbstgenähten Regenplane für Cockpit und Bug war das Zweitbeste: die viele Regentage im Göteborg wurde so viel mehr "wohnlicher".

Die beste Entscheidung des Jahres? Nach dem Göteborg, natürlich, war es wohl die SSS-Prüfung (Praxis) auf Herbst zu verschieben. Bin mir sicher, dass es auch im April prüfungstechnisch geklappt hätte, aber für uns, für den eigentlichen Sinn des Ganzen für das Alltag Segeln was zu lernen, war es einfach richtig zu sagen "Prüfung wird im Herbst sein", und war genau so richtig zu Zweit zu üben! Die Situation an Bord hat mir in einigen Beziehungen die Augen geöffnet: von Fakt dass zum Beispiel bei einem MOB-Manöver zwar Manöver schnell gefahren soll, aber dass man auch Zeit braucht um die Bergung vorzubereiten. Zu früh an der Person dran, aber nicht klar zum Bergen oder nicht klar um die Leinenverbindung herzustellen - bringt genau so wenig für Erfolg als ein misslungener Manöver. Die Mühe für uns, für das Boot und die Crew, das beste Manöver zu finden - der beste Segelfortschritt des Jahres!

Was noch?
Vermisse die Regatten nicht, bin wohl Fährtensegler :) Wenn man Bundesliga und DSV verfolgt, wohl eher in der Minderheit. Aber, vielleicht, wer weiss, sollte es der Vorsatz "2017" werden - wie dreht man die Welt so um, dass die genussvolle Spass- und Lust- Segler ganz nach vorn kommen ???


;))

Ein vorweihnachtlicher Gruss an Alle,

mak7 HASARDEUR



Dienstag, 1. November 2016

*** Blog pause (10.10. - 01.12.) ***

Dieser Blog muss eine kleine (zeitbedingt) Pause anlegen - seit der SSS Prüfung gab es kaum Möglichkeiten den Blog zu pflegen, also hiermit eine offizielle "Pause" ;) Voraussichtlich wieder online ab Ende Nov. Dann folgen die Zusammenfassungen von Göteborg, SSS in Einzelheiten, Starkwind Quickstop an der Ostsee,  und vieles mehr ... Themenwünsche? Bitte einmal per Kommentar oder Mail 

Bis dahin , 
liebe Grüsse an alle aktive und stille Leser 

mak7 HASARDEUR



mak7.hasardeur@googlemail.com

Freitag, 23. September 2016

Fehmarn

Tolles Wetter, 3 Bft, warm und sonnig - was macht man da? Übt Einhand-MOB, fährt "blind" nach Radar, tauscht den ersten Impeller und nimmt das halbe Boot auseinander. Warum? Das ist eine gute Frage. Einfache Antwort wäre - SSS. Aber warum braucht man den Schein? Eigentlich gar nicht. Anderseits war es eine perfekte Motivation sich mit ein paar Themen auseinander zu setzten die man sonst beiseite gelassen hätte. Finde es gut wenn man sich dafür Zeit nimmt, sich selber vielleicht ein paar Fragen zu beantworten über die man schon immer dachte, aber nie so wirklich umgesetzt hat. Radar zum Beispiel - habe schon Ewigkeiten vorgenommen mal ohne Overlay zu fahren und nie gemacht. Oder den Rettungskragen mal über Bord zu werfen um zu sehen wie es fliegt (oder nicht) und die Leine sich langsam "entrollt". 

Und hiermit, eine Erfahrung reicher, wieder back am Wannsee. 

Post von 10.9.2016



Samstag, 10. September 2016

Quickstop - das Endergebnis (Teil 3/3)

Für uns hat es sich bewahrt ein (ein und das gleiche) Manöver zu fahren - einfach egal aus welchem Kurs ohne lange nachzudenken immer der gleiche Ablauf zu haben. Und da wir oft zu zweit unterwegs sind steht der Quickstop (samt seinen Variationen, siehe Bilder unten) als die Antwort auf alle Fragen fest. Einhandfähig, leichter Ausguck (Person bleibt immer an dem gleichen Bug in Sicht), leichte Korrektur falls das erste Manöver nicht sitzt, ausreichend Kurse wo man Zeit hat die Bergung vorzubereiten.

Das Video dazu würde zwar bei bescheidenen 10 kn Wind und traumhaften Sonnenuntergang gedreht, das Manöver selbst haben wir bis knapp 20kn Wind (und vollen Besegelung) ausprobieren können - kein Unterschied im Ablauf! Nur die Schräglage im Beidrehen nimmt zu und je nach Geschwindigkeit braucht der Aufschiesser etwas mehr Länge.

Ein paar Tipps:

  • Die Person über Bord immer Umkreisen : also wenn die Fahrt nicht reicht und man noch im Lee Aufstopt - gleich Abfallen und zweiten "Kreis" einleiten. Man kommt bei zweitem Einlauf immer mit weniger Fahrt an, immer näher an die Person und es dauert nicht mehr als zusätzliche Minute. Aber Manöver bleibt kontrolliert und Beidrehen am Schluss auf der richtigen Stelle
  • Aus Raumschotts: Hart Anluven. Restfahrt aus dem Boot sorgt für die Steuerbarkeit. Durch das Hart Anluven entspannen sich die Schoten und sind per Handgriff (Handkraft) dicht zu holen. Das Manöver bleibt einhandfähig. 
  • Beim Einsatz von Rettungsleine immer ein zweites Kreis einplanen - nur so wird die Person "eingecashed". Vorsicht nach "eincashen": Fahrt unter 2-3 kn halten - Gefahr die Person unter Wasser zu ziehen!
  • Beim Auschiesser mit dicht stehenden Fock: möglichst am Wind bleiben, wenn man zu schnell durch den Wind geht druckt die back stehende Fock das Boot schnell ins Beidrehen.
  • Und nicht zu letzt - Motor zur Hilfe nehmen. Damit lassen sich alle Kurse korrigieren und anpassen, man hat aber zum Schluss immer noch die Vorteile des Beiliegen vs. In wind stehen.








Sonntag, 28. August 2016

Quickstop - mit Hamburger Manöver (Teil 2/3)

Hamburger vs Münchener Manöver:
der wesentliche Unterschied - bei Münchener Manöver dreht man bei und steuert so die Person im Lee an. Das gelingt uns noch viel zu selten - die Strecke zum Beiliegen abzuschätzen fällt noch schwer. So kam der "SY Charisma" (Constantin Claviez) Manöver "Hamburger" - man kommt "aktiv" mit backender Fock und gerienger Fahrt an die Person an und durch Hartruder legt an der Person bei.

Unsere Interpretation (Hamburger-MOB mit optionalem Quickstop):
auf Halbwind (Abfallen von am Wind Kurs, Anluven aus Raum- und Vorwind) ein-zwei Bootslängen wegfahren;
180` Wende, durch Lateralplan bricht die Fahrt auf beinah Null, Fock steht back;
Kurs an die Person aufnehmen, Bergung Vorbereiten (immer Bug wo Fock backsteht!), durch langsame Fahrt ausreichende Zeit vorhanden;
Aufpassen das die Person nicht zu weit nach Luv auswandert und Boot nicht zu viel Fahrt aufnimmt, ggf Gross aufmachen oder Hartruder geben (a-la-beidrehen in Fahrt);
an der Peeson Hartruder zum Beidrehen und im Lee Bergen.

(optionaler Quickstop)
Stellen wir mal vor am Ende von Hamburher Manöver die Zeit Bergung vorzubereiten hat nicht gereicht. Oder man kommt mit zu viel Fahrt an die Person an. Oder man nutzt Manöver oben für Markierungszweck, what ever. ->
Wir kommen mit backender Fock und Fahrt, statt Beidrehen fährt man im Luv an der Person vorbei und lässt Fock baken und Gross dicht. Bei passieren im Luv (immernoch mit überschauber langsamen Fahrt) ist guter Moment Rettungsmittel auszubringen, Leinen zuzuwerfen, usw. Dann leitet man Quickstop an und fährt ein sehr engen Kreis um Person. Ergebnis - noch weniger Fahrt am Ende, mehr Zeit Bergung vorzubereiten, präziser Beiliger nah an Person.


Bergung:
mit Bootshaken Person zuerst "fangen", mit Bojenhaken evntl sichern (Bootshaken hält nicht auf dauer, ist wirklich nur Beihilfemittel);
möglichst schnell Person mit Lifebelt an der Bootwand festmachen;
(auf Shelter) Kutterfall an STB oder Gennakerfall an BB eignen sich hervoragend als Talie zum Bergen (rechtzeitig klar machen!);
mit Crew an Bord eine Person mit Klettgurt am Fall sichern und mittschiffs aussen etwas runter lassen zum "Person eincashen" (falls trotz Beiliegen und Schräglage die Höhe des Freibords immernoch nicht die Leinenverbindung zulässt);
(auf Shelter) Berhesegel klar machen;
wenn die Leinenverbindung steht und man Sorge hat Person mit Boot zu Überrollen (Boot treibt schneller nach Lee als die Person): Schoten lösen, evntl Segel runter/Bergen, Boot richtet sich im Wind ein und treibt achtern;



...Fortsetzung folgt
(Video und Skizze)
(Erfahrung Manövertraainibg auf Dehler)
(Fazit)